Personen | Beitragende | Daniel Fulda

 

»Der scherzenden, der ernsten Maske Spiel…«
Wallenstein-Wiederholungen bei Rimini-Protokoll

Die Charaktere des Schillerschen Wallenstein – ob sie Max oder Octavio, Friedland oder Terzky heißen – haben ihr böhmisches Kriegslager verlassen, um in den großen und kleinen Kriegen des 20. und 21. Jahrhunderts wieder aufzutauchen. Sie erscheinen wieder in einer Meuterei amerikanischer Soldaten, in einem polizeilichen Verhör, einer politischen Intrige oder einer vulgären Kuppelei.

Die Theatergruppe Rimini-Protokoll hat in ihrer Wallenstein-Adaption von 2008 die Kampfzone der großen Tragödie noch einmal massiv ausgeweitet – räumlich wie zeitlich. Doch ist ihr Bühnenraum kein dramatischer Kosmos; die Bühne ist ein Provisorium, das die Nähe von Weitentferntem und den Zusammenhang von kaum zu vereinbarenden Sachverhalten ermöglicht.
Dieses Theater ist ein Reigen Schillerscher Themen – ein Spielfeld der Wiederholung, auf dem auch Sie und wir uns bereits begegnet sein könnten.

 

Prof. Dr. Daniel Fulda leitet seit 2007 das Interdisziplinäre Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung der Universität Halle. Zu seinen Hauptforschungsgebieten zählen neben dem langen 18. Jahrhundert die Wechselbeziehungen zwischen Historie und Literatur und der Wandel der ästhetischen Formen, in denen Geschichte konstruiert wird.

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