Personen | Beitragende | Bettine Menke

Respondance: das der Rede eingeschriebene Andere, die Echoräume der Rede (mit Ovids Echo)

Während dem Konzept autoritativer Rede zufolge, deren Autor das Gemeinte über die Zeiten, über den Abstand hinweg, der den Sprecher von seiner Rede trennt, selbst über dessen Tod hinaus noch sichern soll, sprechen die Echo und ihre Echos von der nicht-auktorialen ›Begründung‹ der Rede und von der Nicht-Sicherbarkeit der Verfügung über die Rede. Statt eines Anfangs, den die intentionale Rede selbst setzen können soll, finden wir ein ›Anfangen‹, das sich nicht selbst begründen kann. Echo, der die Rede des Anderen schon »zufällig« begegnet sein muss (als ihr Zufall), damit ›ihre‹ Rede einsetzen kann, stellt damit vor, was jede Rede grundlos ›begründet‹ und sie je schon anfänglich durchquert, von sich selbst abgeschieden (und die Instanz des souverän verfügenden Sprechers anfänglich von sich selbst geschieden) haben wird: dass sie je anfänglich von der Rede der (unbestimmten) anderen her-kommt, die selbst nicht sie selbst ist, von sich selbst differiert und nur derart vernommen: wieder-gehallt wird; und dass die sogenannte ›eigene Rede‹ bereits in ihrem ›Einsatz‹ in einen Raum des bereits, wieder und weiter Gesprochenen, des Wiederholens und Zitierens, des zitierenden Wendens und Enteignens entlassen, je schon eine sich selbst andere ist.

 

Prof. Dr. Bettine Menke lehrt als Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Literatur- und Texttheorie, Dekonstruktion, Rhetorik, Gender Studies, Gedächtnis, Schrift, Bild, Klang und Stimme, poetische und sakrale Zeichenordnungen, Witz und Theater. Zu ausgewählten Publikationen unter Bettine Menkes Autorschaft und/oder Herausgeberschaft zählen »Das Trauerspiel-Buch. Der Souverän − das Trauerspiel − Konstellationen – Ruinen« (2012), »Wieland/Übersetzen. Sprachen, Gattungen, Räume« (2010) und »Stigmata. Poetiken der Körperinschrift« (2004).

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