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Daniel Fulda & Ingo Uhlig | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Aus der Geschichte, gegen die Geschichte. Vom Weimarer Bühnenklassizismus zu Wahl Kampf Wallenstein von Rimini Protokoll

Wenn Rimini Protokoll das große historische Thema ›Wallenstein‹ auf ihrer Bühnenapparatur in Bewegung setzen, verschieben sie das bereits bei Schiller zu konstatierende Gefälle zwischen Geschichte und Akteur nochmals deutlich in Richtung einer strikten Übermacht des historischen Verlaufs. Die Geschichte stellt sich dann als ebenso namenlose wie kolossale Macht dar, eben als »Zwang der Umstände«, wie es schon bei Schiller heißt. Ein solcher Begriff der Geschichte, dies ist wichtig festzuhalten, prägt nicht nur die historischen Dramen Schillers, sondern erschließt auch die Wallenstein-Montage von Rimini Protokoll, deren Akteure nun wenig mehr als Masken und Echos jener »Umstände« zu sein scheinen. Hinsichtlich der Dramaturgie von Rimini Protokoll heißt dies, dass die Drehbühne nicht nur ein Theater der Wiederholung anstößt und inszeniert, das man auf die eine oder andere Weise schon kennt, sondern dass hier ein Begriff von Geschichte verhandelt und dramaturgisch umgesetzt wird, der bereits bei Schiller und hier vor allem in seinen bevorzugten Themen – den stetigen Kriegszuständen, der historischen Kontingenz, dem Scheitern von Intervention und Intrige – angelegt ist.

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Fulda, Daniel/Uhlig, Ingo: Aus der Geschichte, gegen die Geschichte. Vom Weimarer Bühnenklassizismus zu Wahl Kampf Wallenstein von Rimini Protokoll. In: Die Praxis der/des Echo. Vom Widerhall in den Künsten, dem Theater und der Geschichte, hrsg. von Veronika Darian, Micha Braun und Jeanne Bindernagel. Open access-Publikation zum wissenschaftlich-künstlerischen Symposium (Februar 2013), http://konferenz.uni-leipzig.de/echo2013/projekt/publikationen/beitraege/fulda-uhlig/.

Diese Publikation wurde gefördert von der VolkswagenStiftung.

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